Historie

Das Deutsche Goldschmiedehaus am Altstädter Markt in Hanau gehört zu den historisch bedeutendsten Bauten der Hanauer Altstadt und diente zunächst als Rathaus. 1537/38, zur Zeit der Frührenaissance, wurde mit dem Bau des Gebäudes begonnen. Mit der Gründung der Hanauer Neustadt 1597 siedelten sich Niederländer und Wallonen an, zu denen auch zahlreiche Goldschmiede zählten. Sie schlossen sich 1610 zur Zunft der Gold- und Silberschmiede zusammen und begründeten damit die Blütezeit der Goldschmiedekunst in Hanau in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. An dieser Entwicklung war nicht zuletzt auch die 1772 gegründete "Hanauischen Academie der Zeichenkunst" beteiligt, die eine qualifizierte Ausbildung zum Gold- und Silberschmied ermöglichte. Bereits um 1900 wurde die Nutzung des Goldschmiedehauses als Rathaus aufgegeben und der Hanauer Geschichtsverein richtete ein Museum zur Stadtgeschichte ein.

                                        

Seine heutige Funktion als Deutsches Goldschmiedehaus verdankt das Gebäude dem Berliner Juwelier und Goldschmied Ferdinand Richard Wilm (1880-1971). Bereits 1932 hatte sich Wilm mit der Gründung der "Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst" in Berlin maßgeblich für das Gold- und Silberschmiedehandwerk eingesetzt. Zu Beginn der 40er Jahre empfahl Wilm der Stadt Hanau, im ehemaligen Rathaus ein Zentrum der Edelmetallkunst einzurichten - die Idee des Deutschen Goldschmiedehauses als Schmuckmuseum war geboren.
Nur kurze Zeit nachdem man dort die Arbeit aufgenommen hatte, am 19. März 1945, fiel das Gebäude einem Bombenangriff zum Opfer. Bei dem Wiederaufbau im Jahre 1958 passte man die Räumlichkeiten des Hauses ganz der Nutzung als Ausstellungsort für die deutsche und internationale Schmuck- und Gerätgestaltung an. Die Gesellschaft für Goldschmiedekunst fand 1985 ebenfalls mit ihrer Übersiedelung von Berlin nach Hanau ihre Heimstätte im Goldschmiedehaus.

Mit seinen vielseitigen nationalen und internationalen Ausstellungen zu einzelnen Schmuck- und Gerätegestaltern und den Präsentationen von unterschiedlichen Künstlergruppen nimmt das Deutsche Goldschmiedehaus in der Hanauer Museumslandschaft einen wichtigen Platz ein und gehört darüber hinaus zu den bedeutendsten Ausstellungszentren der Gold- und Silberschmiedekunst in Deutschland.