Gefährten - Schmuck & Objekte von Saskia Detering und Peter Frank

Datum: 
Sonntag, 17. September 2017 ( ) bis Sonntag, 14. Januar 2018 ( )
Saskia Detering, Brosche "Gestrüpp", Aluminium, Bronze, Silber, Feingold, Email, Bemalung, Foto: Saskia Detering / Peter Frank, Collier "Gare de Bonnieux", Silber, 2016, Foto: Ben Klein


Erstmalig in dieser Bandbreite zeigen Peter Frank (*1956) und Saskia Detering (*1978) ihre Arbeiten aus den letzten 25 bzw. 12 Jahren im Silbersaal des Deutschen Goldschmiedehauses. Der Besucher begegnet zwei sehr ausgeprägten Positionen, die sich in der Zusammenschau wechselseitig verstärken. Saskia Detering (Hildesheim) setzt Schwerpunkte bei Broschen, Armreifen und Keramikobjekten, Peter Frank (Freiburg) zeigt vorrangig Halsschmuck.

Ausgehend von organischen und architektonischen Motiven wird die Formensprache Peter Franks im Laufe der Jahre reduzierter und konzentrierter. Mechanische Gelenke verbinden spielerisch die einzelnen Elemente. Der Verschluss wird dabei fließend in die umlaufende Form integriert. In seinen neueren Arbeiten greift Peter Frank die Idee des klassischen Perlencolliers auf, indem er die Kugelform variiert und in Anspielung auf ein jahrtausende altes Schmuckthema gestaltet. Während seiner früheren Schaffensphase trifft man häufig auf die Schnabelform, abgeleitet von der Flachspitzzange des Goldschmieds, die wiederum auf den Schnabel als Werkzeug des Vogels zurückgeht. Die malerische, aquarellhaft zarte Oberfläche seiner vornehmlich aus Silber montierten Arbeiten lässt sie oft wie archäologische Fundstücke immaginärer Kulturen erscheinen.

Darin zeigt sich eine Verwandtschaft mit den Schmuckobjekten Saskia Deterings. Rätselhaft und voller Eigenleben stiften sie schöpferische Unruhe.
Eine Vielzahl sich überlagernder Spuren, wie sie beim Treiben, Modellieren, Ritzen, Schweißen, Schmieden und Perforieren ect. entstehen, machen deutlich, dass es sich nicht um Fundstücke, sondern um „Suchstücke“ handelt. Broschen mit Titeln wie „Alter Korb“, „Gestrüpp“ oder „Pestmaske“ können als Beispiele benannt werden für die Vorliebe Saskia Deterings, vermeintlich Hässlichem eine schmuckhafte Gestalt zu geben, es poetisch umzudeuten. Bei ihrer Wahl der Materialien spielt im Schmuck Aluminium wegen seiner Leichtigkeit und technischen Vielseitigkeit eine besondere Rolle. Von Saskia Detering sind darüber hinaus zum Teil großdimensionierte Keramikobjekte mit skulpturaler Ausstrahlung zu sehen.